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Newsletter September 2025

Die 4. Parlamentarische Fachtagung der KOALITION für HOLZBAU hat gezeigt: Holz ist kein Experiment, sondern ein systemischer Hebel für die Bauwende. Mit einem Grußwort von Bundesbauministerin Verena Hubertz, zahlreichen Bundestagsabgeordneten, über 200 Gästen und starken Impulsen aus Politik und Praxis wurde klar, worauf es jetzt ankommt – Nachverdichtung, Aufstockung, Einfach Bauen.

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Ausgabe vom

9. Sept. 2025

Liebe Mitglieder, liebe Partnerinnen und Partner,


unsere 4. Parlamentarische Fachtagung am 8. September in Berlin hat gezeigt, wie stark die KOALITION für HOLZBAU inzwischen im politischen Raum verankert ist. Mehr als 200 Gäste aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Praxis haben den Weg nach Berlin gefunden. Die Themen hätten aktueller kaum sein können: BauGB-Novelle, Vergaberecht und das Modell „Einfach Bauen“.


Bundesbauministerin Verena Hubertz hat in ihrer Botschaft betont, dass Holz kein Experiment, sondern ein Werkstoff für eine nachhaltige Zukunft ist. Diese Worte unterstreichen, dass unser gemeinsames Engagement wirkt.


Eine solche Tagung wäre ohne die Unterstützung unserer Sponsoren nicht denkbar. Deshalb gilt unser ausdrücklicher Dank den Unternehmen, die mit ihrem Engagement diese Plattform ermöglicht haben. Ihr Beitrag macht es möglich, den Holzbau sichtbar zu machen – im parlamentarischen Raum ebenso wie in der breiten Öffentlichkeit. Dafür sagen wir: Danke.


Die Tagung hat auch gezeigt, dass der Weg zur Bauwende nicht über Einzelinitiativen führt, sondern über Zusammenarbeit. Regulierung und Praxis müssen zueinanderfinden. Politik kann Impulse setzen, aber die Umsetzung liegt bei uns allen. Die KOALITION für HOLZBAU wird weiterhin daran arbeiten, diese Brücke zu schlagen – zwischen Gesetzgebung und Baustelle, zwischen politischer Entscheidung und baulicher Realität.


Wir nehmen die Impulse aus Berlin mit in die kommenden Monate: Die Diskussionen um das Baugesetzbuch, das Vergaberecht und den kosteneffizienten sozialen Wohnungsbau werden uns weiter begleiten. Mit der Holzbau Akademie, mit unseren Partnern und Mitgliedern wollen wir die richtigen Antworten geben.


Herzliche Grüße

Sun Jensch

Gründerin und Geschäftsführerin der KOALITION für HOLZBAU

Kommentar Politik – Lorenz Nagel, Sprecher der Ambassadeure der KOALITION für HOLZBAU

Kommentar Politik – Lorenz Nagel, Sprecher der Ambassadeure der KOALITION für HOLZBAU

Lorenz Nagel

Bauwende zwischen Anspruch und Umsetzung


„Holz ist ein klimafreundlicher, nachwachsender Rohstoff mit hervorragender Ökobilanz“, sagte Bundesbauministerin Verena Hubertz auf der 4. Parlamentarischen Fachtagung der KOALITION für HOLZBAU am 8. September in Berlin. Sie betonte in ihrer Ansprache, dass Holz der ideale Werkstoff für eine nachhaltige Zukunft und für die Bauwende ist. Dieser Satz trifft den Kern. Denn Holzbau überzeugt durch seine Langlebigkeit, Belastbarkeit und Zukunftsfähigkeit. Und er ist längst in der Praxis angekommen. Er funktioniert gleichermaßen im Wohnungsbau, in Bildungsprojekten und in Gewerbebau. Er beweist täglich, dass Klimaschutz, Baukultur und Wirtschaftlichkeit vereinbar sind.


Warum also bleibt sein Beitrag zur Bauwende noch immer unter den Möglichkeiten? Die Antwort liegt weniger in der Technik als in der Regulierung. Wir haben es bei der Novelle des Baugesetzbuchs gesehen. Sie schafft neue Flexibilität für Nachverdichtung und Aufstockung. Sie gibt Kommunen Instrumente in die Hand, die sie bisher nicht hatten. Aber sie bleibt an entscheidenden Punkten zu klein gedacht. Wer das Potenzial wirklich heben will, muss Bauen über Ländergrenzen hinweg ermöglichen und Standards vereinheitlichen. Ohne eine bundeseinheitliche Auslegung der Bauordnungen und eine angepasste Baunutzungsverordnung bleibt die neue Freiheit Stückwerk.


Besonders deutlich wird das bei der Aufstockung. Hier liegt eine der größten Wohnungsreserven in unseren Städten. Holzbau ist dafür prädestiniert: leicht, vorgefertigt, schnell. Doch solange jede Stadt und jedes Land eigene Regeln setzt, verlieren wir Zeit und Effizienz. Die kleine BauGB-Novelle zeigt die Richtung. Die nächste muss mutiger sein und konsequent auch die technische und baurechtliche Ebene reformieren.


Ein zweites Feld ist das Vergaberecht. Die Bundesregierung hat ein Vergabebeschleunigungsgesetz vorgelegt, das in Wahrheit eine Rolle rückwärts bedeutet. Die Rückkehr zur Losvergabe zementiert Strukturen, die Innovation ausbremsen. Wir wissen, dass Bauen heute nur noch im Zusammenspiel aller Beteiligten funktioniert. Projektentwicklung, Planung, Ausführung und Finanzierung greifen ineinander. Wer diese Prozesse wieder auseinanderzieht, gefährdet Fortschritt. Kooperative Modelle, frühe Einbindung von Bauunternehmen, parallele Bearbeitung von Planungsphasen – all das ist möglich, rechtlich abgesichert und in anderen Ländern längst Praxis. Warum also nicht auch bei uns?


Entscheidend wird zudem, wie wir mit den gewaltigen Mitteln umgehen, die im sozialen Wohnungsbau bereitstehen. 23,5 Milliarden Euro sind ein Rekord. Doch Geld allein löst keine Probleme. Es kommt darauf an, wofür es eingesetzt wird. Wenn diese Mittel in überkomplexen Standards versickern, haben wir nichts gewonnen. Deshalb setzen wir uns für eine Kopplung an das Nordländer-Modell und an die Prinzipien des Einfachen Bauens ein. Der Gebäudetyp E zeigt, wie Kostenreduktion, Qualität und Geschwindigkeit zusammenfinden können. Weniger technische Überfrachtung bedeutet nicht Verzicht, sondern Freiraum für bessere Lösungen.


Dass dieser Weg möglich ist, zeigen Beispiele aus der Praxis. In mehreren Bundesländern läuft „Einfach Bauen“ bereits. Wissenschaft und Bauwirtschaft liefern die Grundlagen, die Kommunen brauchen. Was fehlt, ist der Mut, es als Regelmodell für den geförderten Wohnungsbau zu verankern. Nur so kann aus Rekordförderung ein spürbarer Effekt auf dem Wohnungsmarkt entstehen.


Die Bauwende entscheidet sich nicht am grünen Tisch. Sie entscheidet sich in den Städten, in den Kommunen, in den Projekten, die wir auf den Weg bringen. Politik kann Impulse setzen. Aber ob diese Impulse Wirkung entfalten, hängt davon ab, ob wir sie aufnehmen und weiterführen. Das Baugesetzbuch, das Vergaberecht, die Fördermittel – all das sind Angebote. Sie zeigen, was möglich ist. Ob daraus Fortschritt entsteht, liegt an uns.


Verantwortung darf nicht weitergeschoben werden. Sie muss übernommen werden – von Politik, Kommunen, Investoren und der Bauwirtschaft. Holzbau ist dafür das ideale Feld. Er bietet erprobte Systeme, die sofort wirken können. Jetzt kommt es darauf an, dass Regulierung und Praxis zusammenfinden.


Die Bauministerin hat es in einem Satz auf den Punkt gebracht: Holz ist der ideale Werkstoff für eine nachhaltige Zukunft und für die Bauwende. Er ist Teil der Lösung. Jetzt gilt es, ihm die Bedeutung einzuräumen, die seiner Stärke entspricht. Und es liegt letztlich an uns, ihn tatsächlich zum festen Bestandteil der Bauwende zu machen.

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Projektvorstellung

Neuer Holzhybridbau in Kassel – die Gascade Firmenzentrale

Neuer Holzhybridbau in Kassel – die Gascade Firmenzentrale

Gascade Firmenzentrale © Störmer Murphy and Partners (Fotografin: Bettina Theisinger)

Das Architekturbüro Störmer Murphy and Partners gestaltet einen nachhaltigen Neubau am Standort Kassel aktiv mit. Dort entsteht ein Gebäude, das Nachhaltigkeit, Innovation und die Verbundenheit mit der Region mit dem hochwertigen Design, Funktionalität und ökologischer Weitsicht vereint.


Der Entwurf konzentriert sich auf zwei Aspekte: die Schaffung eines nachhaltigen Gebäudes und einer kommunikativen, offenen Arbeitsatmosphäre. Die Grundform besteht aus drei Baukörpern, die um ein zentrales Atrium angeordnet sind. Es verbindet als kommunikationsfördernder und identitätsstiftender Begegnungsort alle Abteilungen des Hauses. Prägend für die geschuppte Gestalt der Fassade ist eine repetitive Struktur aus zur Sonne ausgerichteten PV Elementen.


Durch den Einsatz eines Holz-Beton-Rippendeckensystems mit weitspannenden vorgefertigten Holz-Stahlbeton-Decken und Holzstützen ist eine ökologisch sowie wirtschaftlich optimierte Konstruktion gegeben, die einen sehr schnellen Bauablauf sowie eine gute Rückbaubarkeit ermöglicht. Das Baumaterial, vorwiegend aus Fichte und Tanne, ist PEFC zertifiziert und stammt aus Süddeutschland und Sauerland. Die Holzhybridbauweise mit regenerativer Energieerzeugung aus Solarstrahlung mittels einer gebäudeintegrierten Photovoltaikfassade (BIPV) und einer PV-Anlage auf dem Dach sind Teile eines ökologisch und wirtschaftlich nachhaltigen Ansatzes. Die Heiz- und Kühlenergie wird über Erdsonden und reversible Wärmepumpen generiert.


Nach Monaten intensiver Montage ist der Rohbau nun fertiggestellt. Bei dem Zusammenwirken von Holzbalken und Stahlbeton, welches auf ein Minimum reduziert wurde, sind die Strukturen der fünf Büroetagen klar erkennbar. Für den Bau eines Geschosses wurden nur drei Wochen benötigt. Insgesamt wurden über 500 Holzdeckenelemente verbaut und damit insgesamt zwei Drittel des Betons gegenüber einer konventionellen Flachdecke gespart.


Lesen Sie mehr über den Neubau der Gascade Firmenzentrale

Gascade Firmenzentrale, Kassel - Störmer Murphy and Partners

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Events/Akademie

Die Seminare der HOLZBAU-AKADEMIE

Die Seminare der HOLZBAU-AKADEMIE

Online-Seminar: Vergaberechtliche Anforderungen im modernen Holzbau


Die Dozentin:

Dr. Rut Herten-Koch


Termin:

10. September 2025 14:00 - 16:00 Uhr


Das Seminar richtet sich vorrangig an öffentliche Auftraggeber, die von ihnen mit der Vorbereitung von öffentlichen Vergabeverfahren nach der VOB/A beauftragten Architekten und Ingenieure sowie ggf. vergaberechtlich gebundene Fördermittelempfänger. Aber auch für Holzbauunternehmen als Bieter in öffentlichen Vergabeverfahren ist es von Vorteil, ein Verständnis für die Möglichkeiten und Grenzen der nach den Regelungen des GWB und der VOB/A vergebenen Bauaufträge zu entwickeln.


Moderne Holzbauvorhaben weisen in aller Regel einen hohen Digitalisierungs- und Vorfertigungsgrad auf. Dies erfordert vielfach ein von der klassischen Bauvergabe- und HOAI-Logik abweichendes Verfahren. Das Seminar widmet sich daher folgenden Themen sowohl mit Blick auf die Vergabe der Planungsleistungen als auch mit Blick auf die eigentliche Bauvergabe:


- Vergabe und Einbindung von externen Planungsleistungen - Auswahl des richtigen Holzbauplaners   - Zeitpunkt und Umfang seiner Einbindung   - Auswirkungen auf vertragliche und Honorargestaltung   - Funktionale Leistungsbeschreibung und mögliche Ausnahmen vom Grundsatz der Losvergabe in der Bauvergabe unter besonderer Berücksichtigung der aktuellen Rechtsprechung sowie ggf. vorliegender Gesetzesentwürfe zur Vergaberechtsreform - Besonderheiten bei der Verfahrenswahl in der Bauvergabe  - Besonderheiten bei den Zuschlagskriterien in der (funktionalen) Bauvergabe - Besonderheiten bei der Vertragsgestaltung bei Modul- und Systembaulösungen.


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Online-Seminar: Ökobilanz im Gebäudebereich wird zur Pflicht – Chancen und Herausforderungen im modernen Holzbau


Der Dozent:

Dipl.-Ing. Benedikt Scholler


Der Termin:

18. September 2025 14:00 – 16:00 Uhr


Der Holzbau spielt eine zentrale Rolle in der Transformation hin zu einer nachhaltigen Bauwirtschaft. Die Erfassung und Bewertung der Umweltauswirkungen über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes – von der Rohstoffgewinnung bis zum Rückbau – ist heute ein wichtiger Baustein für ökologisch verantwortungsbewusstes Planen und Bauen. Dieses Seminar vermittelt praxisnahes Wissen zur Erstellung und Bewertung von Ökobilanzen mit Fokus auf den modernen mehrgeschossigen Holzbau. Neben der Vorstellung relevanter Normen und Tools wird gezeigt, wie sich Materialwahl, Konstruktion und Nutzung auf die Umweltwirkung eines Gebäudes auswirken. Die Ökobilanzierung ist ein wichtiger Teil der ESG-Anforderungen und der Taxonomie. Ziel ist, dass Sie das Thema Ökobilanzierung nach den aktuellen Anforderungen und Ihren firmenspezifischen Sustainable-Reportings umfassender verstehen und anwenden können.


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Online-Seminar: Baugesetzbuch-Novelle 2025: Potenziale richtig nutzen


Der Dozent:

Prof. Dr. Mathias Hellriegel


Der Termin:

14. Oktober 2025 14:00 – 16:00 Uhr


Die Baugesetzbuch-Novelle, der sog. Bau-Turbo soll bis Ende Oktober 2025 durch die parlamentarischen Verfahren und den Bundesrat gehen. Der Bau-Turbo hält für den seriellen, modularen Holzbau einige positive Handlungsempfehlungen bereit, insbesondere für Aufstockungen, Dachgeschossausbauten und weiteren Maßnahmen der Nachverdichtung. Welche das sind, wie sie genutzt werden können und welche argumentativen Aspekte beim Genehmigungsverfahren eine Rolle spielen, vermittelt Ihnen der Verwaltungsrechtler Prof. Dr. Mathias Hellriegel in dem Seminar.


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Online-Seminar: Nachhaltige Bildungsbauten aus Holz & Impact Investing


Die Dozenten:

Stefan Stenzel, Tanja Volksheimer und Christopher Frett


Der Termin:

16. Oktober 2025 10:00 – 12:00 Uhr


Bildungsbauten in der Holzbauweise gewinnen zunehmend an Bedeutung. Neben seiner ökologischen Qualität, den Gesundheitsaspekten bietet er auch wirtschaftliche und gestalterische Vorteile. Hinzu kommt, dass die Assetklasse immer mehr Aufmerksamkeit bei Investoren bekommt. Also stellt sich die Frage, wie können nachhaltige Bildungsbauten finanziert werden. Das Seminar beleuchtet auch, welche Bauweisen sich behaupten, welche Regulatorik zu beachten ist und natürlich auch wie der Bauablauf erfolgreich sein kann.


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