top of page

Newsletter September 2026

Politischer Herbst, konkrete Aufgaben
Neue Impulse aus der Bauministerkonferenz und zum EU-Vergaberecht, Eindrücke von unserer Parlamentarischen Fachtagung – und der Blick voraus auf die EXPO REAL.

KfH-Newsletter-Headerbild_Roots_16-9.jpg

Ausgabe vom

22. Sep 2026

Editorial

Politisch turbulente Zeiten dürfen uns nicht von den sehr konkreten und wichtigen Themen des innovativen Holzbaus ablenken. Die Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern haben gestern noch einmal gezeigt, wie stark sich die politische Landschaft derzeit verändert. Für die Bau- und Immobilienwirtschaft bleiben zugleich die Aufgaben bestehen, die uns seit Monaten beschäftigen.

 

Dazu gehören die regulatorischen Rahmenbedingungen für schnelleres, wirtschaftlicheres und innovativeres Bauen. Die Bauministerkonferenz hat hierzu einige wichtige Themen aufgegriffen: vom Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Bauleitplanung über den Gebäudetyp E bis zu Vereinfachung und Deregulierung. Auf europäischer Ebene liegt zudem ein neuer Vorschlag für das Vergaberecht vor, der gerade für serielle und modulare Bauweisen interessante Möglichkeiten eröffnet. Beide Entwicklungen betrachten wir in diesem Newsletter genauer.

 

Außerdem finden Sie Eindrücke von unserer fünften Parlamentarischen Fachtagung, die am 7. September im Berliner Kronprinzenpalais stattgefunden hat. Die Gespräche dort haben einmal mehr gezeigt, wie wichtig der kontinuierliche Austausch zwischen Politik, Wohnungswirtschaft, Planung und Baupraxis bleibt.

Und der nächste Termin steht bereits bevor: Am 5. Oktober treffen wir uns auf der EXPO REAL in München zu unserem fünften Come-together, erstmals am VERBÄNDE+ Stand in Halle C1. Ich freue mich darauf, viele von Ihnen dort wiederzusehen und die Gespräche der vergangenen Wochen fortzusetzen.

 

Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre.

 

Ihre
Sun Jensch

external-file_edited.jpg
Politik: Das Vergaberecht in der EU

Für kleine Trippelschritte fehlt uns beim Bauen die Zeit

csm__0000_381_Rut_Herten-Koch_4251_8afc36c2ce.jpg

Dr. Rut Herten-Koch

Die Europäische Kommission hat Anfang September ihren Vorschlag für eine neue EU- Vergabeverordnung vorgelegt. Vieles darin weist in die richtige Richtung. Verhandlungen sollen künftig in allen Verfahrensarten möglich sein, qualitative Zuschlagskriterien stärker ins Gewicht fallen und Nachhaltigkeitsaspekte besser berücksichtigt werden können. Gerade für das serielle und modulare Bauen eröffnet das neue Möglichkeiten. Doch ausgerechnet beim Zeitplan bleibt Europa erstaunlich langsam. Das Gesetzgebungsverfahren soll erst Ende 2027 abgeschlossen werden, die Verordnung sogar erst 2029 in Kraft treten. Für die kleinen Trippelschritte der Politik fehlt uns beim Bauen inzwischen schlicht die Zeit.

 

Unsere Ambassadeurin Dr. Rut Herten-Koch, Fachanwältin für Vergaberecht bei Luther Rechtsanwaltsgesellschaft, hat den Kommissionsentwurf für die KOALITION für HOLZBAU analysiert. Besonders relevant ist aus ihrer Sicht die geplante Öffnung der Vergabeverfahren für Verhandlungen. Bei komplexen Bauvorhaben lassen sich technische und wirtschaftliche Anforderungen so frühzeitig mit den Bietern konkretisieren. Für serielle und modulare Konzepte ist dieser Dialog besonders wichtig, weil ihre Vorteile bereits bei der Planung und Ausschreibung berücksichtigt werden müssen.

 

Ähnlich weitreichend ist die geplante Neuregelung der Zuschlagskriterien. Qualitative Kriterien sollen künftig mindestens 30 Prozent der Gesamtwertung ausmachen. Damit erhalten beispielsweise Ressourceneffizienz, Vorfertigung, kürzere Bauzeiten oder Lebenszykluskosten ein größeres Gewicht. Auch bei der General- und Totalunternehmervergabe bleibt den öffentlichen Auftraggebern auf europäischer Ebene Flexibilität. Gerade für serielle und modulare Bauweisen ist das wesentlich. Ihre Stärke liegt schließlich im Zusammenspiel von Planung, Produktion und Ausführung. Vergabeverfahren sollten diese Prozesse ermöglichen und sinnvoll abbilden.

 

Auch beim nachhaltigen Bauen könnte der Entwurf neue Spielräume eröffnen. Für einzelne Produktgruppen sollen künftig verbindliche Umweltanforderungen festgelegt werden können. Möglicherweise liegt gerade darin langfristig eine besondere Chance für den modernen Holzbau. Klimawirkung und Ressourceneffizienz könnten bei öffentlichen Bauaufträgen systematischer berücksichtigt werden. Für größere Bauaufträge sieht der Entwurf zudem grundsätzlich den Einsatz von Building Information Modelling ab einem geschätzten Auftragswert von 25 Millionen Euro vor. Die Digitalisierung würde damit unmittelbar im europäischen Vergaberecht verankert.

 

Für die KOALITION für HOLZBAU ist die Reform deshalb weit mehr als eine vergaberechtliche Detailfrage. Wir erleben bei unseren Partnerunternehmen seit Jahren, wie weit sich der moderne Holz- und Holzhybridbau technologisch entwickelt hat. Serielles und modulares Bauen verbindet industrielle Vorfertigung mit digitaler Planung und ermöglicht eine hohe Präzision im Bauprozess. Ob diese Möglichkeiten tatsächlich im großen Maßstab genutzt werden können, entscheidet sich allerdings häufig bereits bei der Ausschreibung, gerade für 

die öffentliche Hand. Ein modernes Vergaberecht kann hier einen entscheidenden Unterschied machen.

Politik: Die Bauministerkonferenz

Fünf Punkte aus der Bauministerkonferenz

Reichstag Building.jpg

Die 149. Bauministerkonferenz in Berlin hat eine ganze Reihe von Beschlüssen gefasst, die für das Planen und Bauen in Deutschland relevant sind. Für uns ist dabei vor allem interessant, dass mehrere Themen aufgegriffen wurden, die unmittelbar mit innovativem und resilientem Bauen und den dafür notwendigen regulatorischen Voraussetzungen verbunden sind. Gerade angesichts der aktuellen politischen Herausforderungen zeigt die Konferenz zudem, wie handlungsfähig Deutschland sein kann, wenn Bund und Länder konkrete Aufgaben gemeinsam angehen.

 

Fünf Punkte heben wir als KOALITION für HOLZBAU besonders hervor:

 

Erstens: Künstliche Intelligenz in der Bauleitplanung.

Der Prüfauftrag an die Bundesregierung für einen rechtssicheren Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Bauleitplanung ist für uns der stärkste Beschluss der Konferenz. Wenn wir schneller und klüger bauen wollen, müssen wir auch Planung und Genehmigung technologisch weiterentwickeln. Künstliche Intelligenz kann hier zu einem echten Beschleuniger werden. Jetzt kommt es darauf an, aus dem Prüfauftrag möglichst schnell konkrete und rechtssichere Anwendungen für die Planungspraxis zu entwickeln.

​

Zweitens: Vereinfachung und Deregulierung.

Die Forderung der Länder nach Vereinfachung und Deregulierung auf europäischer Ebene ist richtig und überfällig. Gerade innovative, serielle und modulare Bauweisen leiden unter komplexen Anforderungen und langwierigen Verfahren. Ein Beispiel dafür ist das Vergaberecht, das für serielles und modulares Bauen eine wesentliche Rolle spielt. Entscheidend wird sein, wie schnell den Worten konkrete Erleichterungen folgen. Die Bauwirtschaft muss wissen, welche Anforderungen tatsächlich entfallen und wann die Vereinfachungen wirksam werden.

 

Drittens: Gebäudetyp E.

Die Länder haben gegenüber dem Bund deutlich gemacht, dass die rechtlichen Voraussetzungen für einfacheres und kostengünstigeres Bauen jetzt geschaffen werden müssen. Der Gebäudetyp E kann mehr Spielraum für pragmatische Lösungen schaffen und Abweichungen von überzogenen Standards rechtssicher ermöglichen. Nach Monaten der Ankündigungen liegt der Ball jetzt beim Bund. Es braucht an der Stelle mehr Tempo.

 

Viertens: Kostenreduziertes Bauen.

An guten Beispielen und Erkenntnissen fehlt es inzwischen kaum. Eine weitere Plattform schafft deshalb noch keinen günstigeren Wohnungsbau. Entscheidend ist der Transfer in Regelwerke, Genehmigungsverfahren und die breite Baupraxis. Erfolgreiche Lösungen müssen dort schneller ankommen und zum Maßstab für neue Projekte werden.

 

Fünftens: Klimaanpassung und resiliente Städte. 

Mit dem Beschluss „Cooles Land“ rücken die Länder die Themen Hitzeschutz, Starkregenvorsorge und klimaangepasste öffentliche Räume stärker in den Mittelpunkt. Resilientes Bauen endet nicht an der Grundstücksgrenze, es betrifft Gebäude, Quartiere und unsere Städte insgesamt. Dafür braucht es verlässliche Rahmenbedingungen und eine Finanzierung, die Kommunen in die Umsetzung bringt.

 

Vielleicht liegt gerade in der Breite dieser fünf Punkte die wichtigste Botschaft der Bauministerkonferenz. Schnelleres und kostengünstigeres Bauen hängt längst an vielen Stellschrauben gleichzeitig. Digitale Planung gehört ebenso dazu wie einfachere Regeln, neue rechtliche Spielräume und eine Stadtentwicklung, die sich frühzeitig auf veränderte klimatische Bedingungen einstellt. Die Beschlüsse aus Berlin geben dafür einige wichtige Impulse. Jetzt kommt es darauf an, daraus möglichst schnell Planungspraxis und Baurealität werden zu lassen.

Parlamentarische Fachtagung
Events/Akademie

Die Seminare der HOLZBAU AKADEMIE

HOLZBAU AKADEMIE_Headerbild_Mailing .jpg

​​Online-Seminar: Neuheiten beim Vergaberecht – Anwendung beim modernen Holzbau

 

Die Dozentin:

Dr. Rut Herten-Koch

 

Der Termin:

30. September 2026 14:00 - 16:00 Uhr

 

Das Seminar richtet sich vorrangig an öffentliche Auftraggeberinnen und Auftraggeber, die von ihnen mit der Vorbereitung von öffentlichen Vergabeverfahren nach der VOB/A beauftragten Architektinnen sowie Architekten und Ingenieurinnen und Ingenieure sowie ggf. vergaberechtlich gebundene Fördermittelempfängerinnen und Fördermittelempfänger. Aber auch für Holzbauunternehmen als Bieterinnen und Bieter in öffentlichen Vergabeverfahren ist es von Vorteil, ein Verständnis für die Möglichkeiten und Grenzen der nach den Regelungen des GWB und der VOB/A vergebenen Bauaufträge zu entwickeln.

 

Zum 01.07.2026 ist das Vergabebeschleunigungsgesetz in Kraft getreten. Gleichzeitig gibt es auf Landesebene diverse Bestrebungen zur Erleichterung von Unterschwellenvergaben. Welche Neuigkeiten und welche Handlungsempfehlungen damit jeweils verbunden sind, erfahren Sie aus erster Hand im Seminar, inklusive dem politischen Blick hinter die Kulissen. Auf EU-Ebene schließlich laufen die Vorbereitungen zur Anpassung der Vergaberichtlinien aus dem Jahr 2014. Die Vorlage der neuen EU-Richtlinien-Entwürfe wird für das dritte Quartal 2026 erwartet. Auch diese Entwicklungen werten wir für Sie aus.

 

Melden Sie sich jetzt an und profitieren Sie von unserer Expertise: Zur Anmeldung 

​

​

Online-Seminar: Potenziale der CO₂-Speicherleistungen im Gebäudebereich – für Bauherr:innen, Projektentwickler:innen und Bauunternehmen

 

Der Dozent:

Robert Böker

 

Der Termin:

14. Oktober 2026 10:00 - 12:00 Uhr

 

Mit der Carbon Removal and Carbon Farming Regulation (CRCF) hat die Europäische Union einen freiwilligen Zertifizierungsrahmen für CO2-Entnahmen und die Kohlenstoffspeicherung in langlebigen Produkten geschaffen. Für Gebäude wird derzeit eine eigene EU-Methodik entwickelt. Damit entsteht die Perspektive, biogene Kohlenstoffspeicher in Holzbauprodukten nach einheitlichen Regeln zu quantifizieren, unabhängig prüfen zu lassen und künftig als zertifizierte Einheiten auszuweisen. Solche Einheiten könnten langfristig zusätzliche Vermarktungs- und Finanzierungsmöglichkeiten für klimawirksame Bauvorhaben eröffnen. Das Seminar setzt bei diesem möglichen Nutzen an: Was könnten künftige CO2-Zertifikate für Bauherrschaften, Projektentwickler, Planende und Holzbauunternehmen bedeuten – und welche Grundlagen sollten Projekte schon heute schaffen? Die Teilnehmenden erhalten einen kompakten Überblick über den regulatorischen Stand, die Grundprinzipien der Bilanzierung biogener Kohlenstoffspeicher sowie die Anforderungen an Daten, Nachweise, Monitoring und Dokumentation. Anhand der in Baden-Württemberg entwickelten CarbonLÄND-Methodologie wird beispielhaft gezeigt, wie eine gebäudebezogene Bilanzierung praktisch aufgebaut werden kann. Das Seminar richtet sich an Fach- und Führungskräfte, die Chancen und Anforderungen künftiger CO2-Zertifikate im Gebäudesektor frühzeitig einordnen und ihre Projekte darauf vorbereiten möchten.

 

Melden Sie sich jetzt an und profitieren Sie von unserer Expertise: Zur Anmeldung 

​

​

Online-Seminar: Holzarchitektur der Gegenwart

 

Die Dozentin:

Prof. Dr. Maren Kohaus 

​

Der Termin:

30. Oktober 2026 14:00 - 16:00 Uhr

 

Naturbelassene Holzfassaden verändern ihre Farbigkeit und Oberflächenstruktur, abhängig von der Intensität der klimatischen Einflüsse, die wiederum von der Ausrichtung der Fassade, ihrer Detailausbildung sowie Art der Verlegung und Materialität beeinflusst werden. Hierbei ist die „silbergraue Verfärbung“ jedoch nur einer von vielen Verwitterungseffekten, die an naturbelassenen Holzfassaden zu beobachten sind. Im Laufe der Zeit verändert sich das äußere, architektonische Erscheinungsbild von Gebäuden mit naturbelassenen Holzbekleidungen, was zur Frage führt, inwieweit wir als Planerinnen und Paner nicht die unterschiedlichen Verwitterungsphänomene bei naturbelassenen Holzfassaden als Chance begreifen und mit dem Wissen über ihre Entstehung als gestaltprägende Elemente bereits im Entwurfsprozess bewusst berücksichtigen können. Im Rahmen des Seminars wird zunächst einleitend auf die Grundlagen des Verwitterungsprozesses von naturbelassenen Holzbekleidungen eingegangen und die daraus resultierenden Verwitterungsphänomene aufgezeigt. Mithilfe geeigneter Projektbeispiele und durch vergleichende Darstellungen wird die Veränderung des architektonischen Ausdrucks aufgezeigt und das darin liegende Potenzial für die Architektur zur Diskussion gestellt.

 

Melden Sie sich jetzt an und profitieren Sie von unserer Expertise: Zur Anmeldung 

​

​

Online-Seminar: Serielle Sanierung mit Holzbau – Holzfassaden, digitale Planung und Modernisierung im Bestand

 

Die Dozenten:

Marc Böhnke und Ariane Bischoff

 

Der Termin:

4. November 2026 10:00 - 12:00 Uhr

 

Das Seminar zeigt, wie Bestandsgebäude mit vorgefertigten Fassaden- und Dachelementen in Holzbauweise schneller, planbarer und nachhaltiger modernisiert werden können. Im Mittelpunkt stehen nicht nur Bauteile, sondern die gesamte Projektlogik: Eignungsprüfung, digitale Bestandsaufnahme, Baukastenprinzip, Holzfassade, Dach, TGA, Aufstockung, Montage im bewohnten Zustand sowie Wirtschaftlichkeit und Lebenszyklus.

 

Melden Sie sich jetzt an und profitieren Sie von unserer Expertise: Zur Anmeldung 

​

​

Online-Seminar: Baugesetzbuch-Novelle: Möglichkeiten und Handlungsempfehlungen – Einwertung, Anwendung und Potenziale der BauGB-Novelle (Gesetzesentwurf)

 

Der Dozent:

Prof. Dr. Mathias Hellriegel

 

Der Termin:

12. November 2026 10:00 - 12:00 Uhr

 

Ende September 2026 findet die Anhörung im Deutschen Bundestag zu neuen Baugesetzbuch-Novelle (BauGB-Novelle) statt, gefolgt von der 2. und 3. Lesung. Stand jetzt (vor der Sommerpause), kann das Gesetzt zum 1. November 2026 in Kraft treten. Verwaltungsrechtler Prof. Dr. Mathias Hellriegel ist in die Anhörung als Sachverständiger eingebunden und kann so aus erster Hand über die Wirkung berichten und die baurechtlichen Neuerungen gut beurteilen.

Der Gesetzentwurf zur Modernisierung des Städtebau- und Raumordnungsrechts enthält zahlreiche Neuerungen und soll ein „Konjunkturprogramm für die Baubranche“ enthalten. Welche Planungs- und Genehmigungsverfahren damit das Potenzial zur Vereinfachung haben, welche neuen Regulatorien auf die Branche zukommen, dass wird in dem Online-Seminar dargestellt. Kurz, präzise, einprägend und anwenderfreundlich.

 

Melden Sie sich jetzt an und profitieren Sie von unserer Expertise: Zur Anmeldung

Jubiläum: 5 Jahre Koalition für Holzbau!

Save the Date:

Am 21. November feiert die KOALITION für HOLZBAU ihr fünfjähriges Jubiläum. Merken Sie sich das Datum bereits heute vor - weitere Informationen und die Einladung folgen.

bottom of page