top of page

Newsletter Juni 2026

Von der Reform zur Umsetzung
Die BauGB-Novelle bringt neue Spielräume. Gleichzeitig wächst die Frage, wie Veränderungen in Kommunen, Unternehmen und Projekten tatsächlich wirksam werden. Genau darüber diskutieren wir auf der 5. Parlamentarischen Fachtagung „Bauen.Next“.

KfH-Newsletter-Headerbild_Roots_16-9.jpg

Ausgabe vom

23. Juni 2026

Die Diskussion über die Zukunft des Bauens hat in den vergangenen Monaten deutlich an Dynamik gewonnen. Mit der BauGB-Novelle, dem Bauturbo und weiteren Reformvorhaben werden derzeit zahlreiche Instrumente diskutiert, die Planungs- und Genehmigungsprozesse beschleunigen sollen. Das ist richtig und notwendig. Gleichzeitig stellt sich zunehmend eine andere Frage: Wie gelingt es, dass diese Veränderungen tatsächlich in der Praxis ankommen?


Genau dieser Frage widmen wir uns in dieser Ausgabe des Newsletters. Der Beitrag zur BauGB-Novelle zeigt, dass sich hinter den großen politischen Schlagworten zahlreiche Detailregelungen verbergen, die für Kommunen, Projektentwickler, Planer und Investoren erhebliche Bedeutung haben können. Oft entscheidet sich die Wirkung neuer Gesetze nicht an den Überschriften, sondern in der konkreten Anwendung.


Auch die Diskussion um Künstliche Intelligenz verweist letztlich auf dieselbe Herausforderung. Nicht jede neue Technologie führt automatisch zu besseren Ergebnissen. Entscheidend ist, ob Prozesse, Zuständigkeiten und Informationsflüsse tatsächlich verbessert werden. Die Frage der Umsetzung stellt sich damit zunehmend auch innerhalb der Unternehmen selbst – und nicht nur im Planungsrecht.


Genau deshalb steht unsere 5. Parlamentarische Fachtagung „Bauen.Next: Zukunft gestalten, Realität beschleunigen“ am 7. September 2026 in Berlin unter dem Zeichen des Austauschs zwischen Politik, Wissenschaft, Planung, Wohnungswirtschaft und Baupraxis. Wir möchten die Debatte dort weiterführen, wo sie am wichtigsten ist: an der Schnittstelle zwischen politischen Rahmenbedingungen und konkreter Umsetzung.


Ich würde mich freuen, Sie dort persönlich zu begrüßen.


Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre.

Ihre

Sun Jensch

Wir müssen mehr über die Umsetzung sprechen – von Sun Jensch

Wir müssen mehr über die Umsetzung sprechen – von Sun Jensch

Parlamentarische Fachtagung


Die Bau- und Immobilienwirtschaft diskutiert derzeit intensiver denn je über Beschleunigung, Innovation, einfacher Bauen und neue politische Rahmenbedingungen. Was uns dabei auffällt, ist, dass kaum eine Debatte noch ohne Begriffe wie Bauturbo, BauGB-Novelle oder Gebäudetyp E auskommt. Vieles davon ist richtig und notwendig. In zahlreichen Gesprächen merken wir derzeit, dass wir uns gedanklich an einzelne Instrumente hängen, deutlich seltener jedoch über die eigentlich relevante Frage sprechen: Warum ist Bauen in Deutschland so kompliziert, langwierig und schwer kalkulierbar geworden?


Projekte dauern zu lange. Verfahren verlieren sich zwischen Zuständigkeiten, Anforderungen und Abstimmungsschleifen. Gleichzeitig steigt der Druck, schneller, nachhaltiger und wirtschaftlicher zu bauen. Genau darin liegt derzeit die eigentliche Bewährungsprobe der Bauwende: nicht in zusätzlichen Ankündigungen oder der nächsten regulatorischen Maßnahme, sondern in der praktischen Umsetzung.


Wir beobachten einen ernsthaften Willen der politischen Entscheider zur Veränderung. Seit langer Zeit lebt wieder die Diskussion darüber auf, wie Prozesse vereinfacht, Genehmigungen beschleunigt und Innovationen schneller ermöglicht werden können.


Entscheidend wird jedoch sein, ob diese Veränderungen tatsächlich in der Realität der Projekte ankommen. Wie wirken die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen in den Kommunen? Welche Auswirkungen haben sie auf Projektentwickler, Bauunternehmen, Bestandshalter und Planer? Wo entstehen echte Beschleunigungseffekte und wo droht neue Komplexität? Genau diese Fragen beschäftigen derzeit viele Unternehmen der Branche.


Hinzu kommt eine zweite Entwicklung, die den aktuellen Diskurs prägt: Ressourcenverbrauch, CO₂-Bepreisung und Kreislaufwirtschaft werden immer stärker zu wirtschaftlichen und strategischen Faktoren des Bauens. Nachhaltigkeit entwickelt sich zunehmend zu einem Faktor, der Investitionsentscheidungen, Planungsprozesse und regulatorische Anforderungen gleichermaßen beeinflusst. Dadurch verändern sich Materialentscheidungen, Organisationslogiken und die Anforderungen an Gebäude über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg. Nun geht es auch darum, dass diese Entwicklungen und Diskussionen dort geführt werden, wo sie relevant sind, nämlich bei den Planungen und auch in den Projekten.


Genau an dieser Schnittstelle setzt unsere 5. Parlamentarische Fachtagung „Bauen.Next: Zukunft gestalten, Realität beschleunigen“ an. Im Kronprinzenpalais in Berlin-Mitte bringen wir am 7. September 2026 Politik, Wissenschaft, Projektentwicklung, Wohnungswirtschaft, Planung und Baupraxis zusammen. Im Mittelpunkt steht dabei die konkrete Frage: Wie gelingt es uns, schnelleres, klügeres und resilientes Bauen Realität zu ermöglichen?


Besonders wichtig ist uns dabei der Austausch unterschiedlicher Perspektiven. Politische Entscheidungsträger treffen auf Unternehmer, Wissenschaftler auf Praktiker, Projektentwickler auf Verwaltung und Planung. Denn die Herausforderungen der Bauwende lassen sich nur lösen, wenn regulatorische Veränderungen, technische Innovationen und praktische Umsetzung wieder stärker zusammengedacht werden.


Die Parlamentarische Fachtagung versteht sich deshalb bewusst als Ort des Dialogs zwischen Anspruch und Realität. Oder anders formuliert: zwischen dem politischen Willen zur Veränderung und der Frage, wie diese Veränderung im Alltag der Branche tatsächlich wirksam werden kann.


Nutzen Sie die Gelegenheit zum Austausch und werden Sie Teil der Diskussion. Ihre Erfahrungen, Perspektiven und Ideen sind ein wichtiger Beitrag für die Zukunft des Bauens.


[Platzhalter Bild Booklet]


Aussteller-Booklet

Anker 2
Fachbeitrag

Die BauGB-Novelle

Die BauGB-Novelle

Rut Herten-Koch

Was die BauGB-Novelle wirklich ändert

Die öffentliche Debatte zur BauGB-Novelle konzentriert sich bislang vor allem auf den Bauturbo, schnellere Verfahren und zusätzliche Spielräume für den Wohnungsbau. Weniger Aufmerksamkeit erhalten die zahlreichen Detailänderungen, die für die kommunale Planungspraxis, die Stadtentwicklung und die Umsetzung konkreter Projekte von erheblicher Bedeutung sein können.


Für die KOALITION für HOLZBAU hat Rut Herten-Koch von Luther Rechtsanwaltsgesellschaft die aktuelle Fassung des Regierungsentwurfs analysiert und die aus ihrer Sicht wichtigsten Änderungen zusammengefasst. Der Überblick zeigt, an welchen Stellen Verfahren vereinfacht, kommunale Handlungsmöglichkeiten erweitert und neue Anforderungen insbesondere im Bereich Klimaanpassung und Flächenentwicklung geschaffen werden.


Vorkaufsrechte

Der im Referentenentwurf noch vorgesehene zusätzliche Vorkaufsrechtstatbestand bei Gefährdungen durch organisierte Kriminalität bzw. extremistische Bestrebungen (sog. „Gesinnungs-TÜV“) ist im Regierungsentwurf entfallen. Zugleich bleibt es bei den übrigen Erweiterungen zu Schrottimmobilien, Share Deals und kommunalen Erwerbsrechten.


Kommunale Eingriffsinstrumente zur Klimaanpassung

Mit dem neuen § 191a BauGB wird gesetzlich hervorgehoben, dass Gemeinden ihre städtebaulichen Instrumente (insbesondere Vorkaufsrechte, Sanierung, Entwicklung und Gebote) ausdrücklich auch zur Klimaanpassung nutzen können. Die kommunale Rechtsposition und die Begründung solcher Maßnahmen wird damit zusätzlich gestärkt.


Wohnungsbau in angespannten Märkten

Das „überragende öffentliche Interesse“ greift künftig ohne die zusätzliche formelle Voraussetzung, dass der Bebauungsplan bereits im Aufstellungsbeschluss ausdrücklich als Plan zur Deckung eines dringenden Wohnbedarfs bezeichnet wird. Damit fällt für die Gemeinden eine zusätzliche formale Hürde weg.


Belangekatalog / Planungsleitbild

Der Regierungsentwurf erweitert und verschärft einzelne abwägungsrelevanten Belange u. a. um qualitativ hochwertige Grün- und Freiflächen, städtische Baumüberschirmung einschließlich Altbaumschutz, Klimaanpassung sowie erneuerbare Energien / Energieeffizienz.


BauNVO / Klimaanpassung:Neu ist der Versiegelungsfaktor (§ 19a BauNVO) als zusätzliche Festsetzungsmöglichkeit zur Begrenzung der Wasserundurchlässigkeit von Flächen.


Verfahrensbeschleunigung / Digitalisierung

Gegenüber dem Referentenentwurf werden die Verfahren beschleunigt, insbesondere durch verkürzte Höchstfristen bei der Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung, flexiblere Wiederholungsbeteiligung, KI-Einsatz im Bauleitplanverfahren und eine siebenjährige Online-Vorhaltung umweltbezogener Stellungnahmen.

Anker 3
Veranstaltungen

KI.Next Level: Effizienz, Prozesse, Skalierung

KI.Next Level: Effizienz, Prozesse, Skalierung

Am 7. Juli 2026 lädt die KOALITION für HOLZBAU in Berlin zur Veranstaltung „KI.Next Level: Effizienz, Prozesse, Skalierung“ ein. Im Mittelpunkt steht der Einsatz von Künstlicher Intelligenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Projektentwickler bis zum Bauunternehmen.


mehr lesen

Anker 4

KI.Next Level: Effizienz, Prozesse, Skalierung

Anker 5
Anker 6

HOLZBAU AKADEMIE_Headerbild_Mailing .jpg

Anker 7
Anker 8
bottom of page